Bildungspolitik hat lange Zeit ein „Nischendasein“ geführt. Doch spätestens seit Veröffentlichung der Ergebnisse internationaler Leistungsvergleichsstudien wie PISA, IGLU und TIMSS ist das Interesse an bildungspolitischen Fragestellungen neu erwacht. Das bundesdeutsche Bildungswesen, so scheint es, ist mindestens in zweierlei Hinsicht reformbedürftig: zum einen in Bezug auf seine Leistungsfähigkeit; zum anderen hinsichtlich einer nach wie vor bestehenden Chancenungleichheit.
Die Vorlesung möchte eines der wohl kontroversesten deutschen Politikfelder eingehender analysieren. Dazu beleuchtet sie zunächst die bildungspolitischen Institutionen und die Kompetenzverteilung zwischen Bund und Ländern, bevor sie sich den Entwicklungslinien in West- und Ostdeutschland nach 1945 widmet, prägende historische Debatten nachzeichnet und aktuelle politische Fragen beleuchtet. Darüber hinaus sollen auch die internationalen Verflechtungen und Einflussnahmen auf das deutsche Bildungswesen und die deutsche Bildungspolitik thematisiert werden.
Dass Bildung wesentlichen Einfluss auf die Entwicklungsmöglichkeiten eines jeden Einzelnen nimmt, dürfte in der bildungspolitischen wie bildungsökonomischen Diskussion außer Frage stehen. Gleiches gilt für die – positiven – Effekte von Bildung auf die Gesamtgesellschaft, die nicht nur eine finanz-, wirtschafts- und arbeitsmarktpolitische, sondern auch eine staatspolitische Dimension aufweisen.
Im Zuge der fortschreitenden Technologisierung ist „Lebenslanges Lernen“ zu einem Schlüsselbegriff der bildungspolitischen Diskussion geworden. Das Seminar möchte sich diesem Begriff nähern und seine bildungspolitische Bedeutung herausarbeiten. Es soll nicht nur die Rolle untersucht werden, die die einzelnen pädagogischen Institutionen vom Kindergarten bis zur Weiterbildung im Rahmen des „Lebenslangen Lernens“ übernehmen; vor dem Hintergrund bestehender Chancenungleichheit im bundesdeutschen Bildungswesen sollen auch Bedingungsfaktoren individueller Bildungskarrieren thematisiert werden.
Die Veranstaltung möchte die Geschichte, die Strukturen und Bildungskonzepte der Höheren Schule am Beispiel des Gymnasiums darstellen. Dazu thematisiert sie zum einen die historischen Vorläufer und die Entwicklung des Gymnasiums, dessen Etablierung und Wandel im 19. Jahrhundert sowie dessen Öffnung und Differenzierung im 20. Jahrhundert. Darüber hinaus geht sie aber auch auf die Auswirkungen der Bildungsexpansion, die mehrfachen Oberstufenreformen seit 1972 und die aktuelle Debatte über das Gymnasium ein.
Das bundesdeutsche Bildungswesen sieht sich derzeit tiefgreifenden Veränderungsprozessen gegenüber. Eine Vielzahl der Reformen, die die Bildungspolitik in den vergangenen Jahren eingeleitet hat, ist mit dem Ziel verbunden, die Organisation und Steuerung von Bildungseinrichtungen zu optimieren – nicht zuletzt auch, um auf diese Weise deren Leistungsfähigkeit zu erhöhen. Bislang vorliegende empirische Ergebnisse zur Wirksamkeit dieser Reformansätze warnen jedoch vor übereilten Hoffnungen. So mehren sich Hinweise darauf, dass politische Programme im Alltag der Bildungseinrichtungen „versanden“, weil die Akteure vor Ort entweder nicht zur Umsetzung bereit oder schlicht nicht in der Lage sind.
Das Seminar möchte sich diesem Phänomen theoretisch nähern, indem es Probleme staatlicher Steuerung beschreibt, Selbstverständnisse lokaler Akteure darstellt und nach Bedingungsfaktoren gelungener Implementation fragt. Dabei greift sie auch auf Ergebnisse der Educational-Governance-Forschung zurück.
Was ist Bildungspolitik? Wie hat sie sich entwickelt, und welche Themen – und Interessen – bestimmen sie heute? Was hat dazu geführt, dass Bildung lange Zeit ein politisches "Nischendasein" führte, seit rund einem Jahrzehnt aber wieder verstärkt in das Bewusstsein von Politik und Öffentlichkeit geraten ist?
Die Vorlesung möchte eines der wohl kontroversesten deutschen Politikfelder eingehender analysieren. Dazu beleuchtet sie zunächst die bildungspolitischen Institutionen und die Kompetenzverteilung zwischen Bund und Ländern, bevor sie sich den Entwicklungslinien in West- und Ostdeutschland nach 1945 widmet, prägende historische Debatten nachzeichnet und aktuelle politische Fragen beleuchtet. Darüber hinaus sollen auch die internationalen Verflechtungen und Einflussnahmen auf das deutsche Bildungswesen und die deutsche Bildungspolitik thematisiert werden.
Was ist Bildungspolitik? Wie hat sie sich entwickelt, und welche Themen – und Interessen – bestimmen sie heute? Was hat dazu geführt, dass Bildung lange Zeit ein politisches "Nischendasein" führte, seit rund einem Jahrzehnt aber wieder verstärkt in das Bewusstsein von Politik und Öffentlichkeit geraten ist?
Das Seminar möchte eines der wohl kontroversesten deutschen Politikfelder eingehender analysieren. Dazu beleuchtet es zunächst die bildungspolitischen Institutionen und die Kompetenzverteilung zwischen Bund und Ländern, bevor es sich den Entwicklungslinien in West- und Ostdeutschland nach 1945 widmet, prägende historische Debatten nachzeichnet und aktuelle politische Fragen beleuchtet. Darüber hinaus sollen auch die internationalen Verflechtungen und Einflussnahmen auf das deutsche Bildungswesen und die deutsche Bildungspolitik thematisiert werden.
Bildung spielt in vielerlei Hinsicht eine bedeutende Rolle für das Individuum wie auch für die Gesellschaft. Dabei gestalten sich Bildungsprozesse für den Einzelnen in seinen Lebensphasen in unterschiedlicher Form: von der frühkindlichen Bildung über allgemeinbildende Prozesse während der Schullaufbahn bis hin zu Studium und Weiterbildung. Und auch die jeweiligen Bildungsverläufe sind höchst unterschiedlich.
Die Veranstaltung möchte die jeweiligen Strukturen, Ziele und Schwerpunkte der einzelnen Bildungsbereiche darstellen und die Bedingungsfaktoren individueller Bildungskarrieren thematisieren.
Markt, Wettbewerb, Dezentralisierung, Standardsetzung - diese Begriffe stehen stellvertretend für das grundsätzliche Bemühen der Bildungs- und Sozialpolitik, ihre Institutionen zielgerichteter und effizienter zu steuern. Entsprechende Maßnahmen lassen sich in grundlegende Reformen der öffentlichen Verwaltung einordnen, die auch auf betriebswirtschaftliche Konzepte und Ansätze zurückgreifen.
Das Seminar möchte die zentralen Charakteristika sowie einzelne Instrumente der Neuen Steuerung thematisieren. Darüber hinaus möchte es diskutieren, inwiefern diese Ansätze auf den Bildungs- und Sozialbereich übertragen werden können.
Die Frage, wie politische Teilsysteme idealerweise zu steuern sind, um ein bestimmtes Ziel zu erreichen, beschäftigt die bundesdeutsche Politik- und Sozialwissenschaft seit den 1970er Jahren. Darüber hinaus lassen sich seit einigen Jahren Forschungsbestrebungen ausmachen, die darauf zielen, das "System Schule" mit seinen Eigen- und Besonderheiten governancetheoretisch zu begreifen. Ihnen zufolge stellt sich das deutsche Schulwesen als ein Mehrebenensystem dar, das sich durch divergierende Handlungslogiken, Handlungsorientierungen und Kommunikationsformen sowie durch individualistisch konzipierte Autonomievorstellungen der Lehrerschaft auszeichnet.
Das Seminar möchte die aktuellen Forschungsergebnisse der "Educational Governance"-Forschung auf der Basis theoretischer Konzepte und aktueller empirischer Befunde nachzeichnen und diskutieren. Voraussetzung für die Teilnahme ist die Bereitschaft zur aktiven Beteiligung auch in Arbeitsgruppen.
Auf 40 Studenten begrenzte Teilnehmerzahl; Anmeldung erforderlich
Das deutsche Bildungswesen befindet sich in einer tiefgreifenden Umbruchsphase. Die Einführung von Lernstandserhebungen, von Schulinspektionen und Bildungsstandards sowie die Diskussionen um eine erweiterte Autonomie der Einzelschule stehen stellvertretend für eine Vielzahl bildungspolitischer Reformanstrengungen, die darauf abzielen, die Leistungsfähigkeit des deutschen Bildungswesens zu erhöhen. Das Seminar hat zum Ziel, aktuelle Probleme des Bildungswesens zu skizzieren. Darüber hinaus möchte es aber auch bildungspolitische Handlungsansätze diskutieren und auf ihre (potentielle) Wirksamkeit hinterfragen.
Voraussetzung für die Teilnahme am Seminar ist die Bereitschaft zur aktiven Teilnahme an Kleingruppenphasen sowie zur vorbereitenden Lektüre einschlägiger theoretischer wie empirischer Texte.
In der Veranstaltung ist der Erwerb von Leistungspunkten möglich über:
Aktive Teilnahme (1LP), Referat mit Thesenpapier (2LP), Referat mit schriftlicher Ausarbeitung (3LP), Schriftliche Präsentation (3LP), Hausarbeit (4LP), einstündige Klausur (2 LP), zweistündige Klausur (3 LP)
Das öffentliche Interesse an frühkindlicher Bildung ist in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Nicht nur die Bildungspolitik, sondern auch die Bildungsökonomie schenkt ihr verstärkte Aufmerksamkeit. Kindergärten und Kindertageseinrichtungen sollen neben einer Betreuungs- und Erziehungs- zunehmend auch eine Bildungsfunktion erfüllen.
Die Vorlesung möchte diesen Perspektivenwechsel nachzeichnen. Darüber hinaus bemüht sie sich um eine Darstellung der Ziele und Motive, die diesen Entwicklungen zugrunde liegen. Dabei differenziert sie zwischen sozialen, politischen und ökonomischen Sichtweisen und befragt diese auf Gemeinsamkeiten und Unterschiede.
Die Vorlesung behandelt die Thematik grundlegend. Zur Vertiefung findet ein Seminar gleicher Themensetzung statt. Die Verbindung beider Veranstaltungen ist für die Teilnehmer jedoch nicht verpflichtend.
Das öffentliche Interesse an frühkindlicher Bildung ist in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Nicht nur die Bildungspolitik, sondern auch die Bildungsökonomie schenkt ihr verstärkte Aufmerksamkeit. Kindergärten und Kindertageseinrichtungen sollen neben einer Betreuungs- und Erziehungs- zunehmend auch eine Bildungsfunktion erfüllen.
Das Seminar möchte diesen Perspektivenwechsel nachzeichnen. Darüber hinaus bemüht es sich um eine Darstellung der Ziele und Motive, die diesen Entwicklungen zugrunde liegen. Dabei differenziert es zwischen sozialen, politischen und ökonomischen Sichtweisen und befragt diese auf Gemeinsamkeiten und Unterschiede.
Das Seminar baut auf der gleichnamigen Vorlesung auf. Die Verbindung beider Veranstaltungen ist für die Teilnehmer jedoch nicht verpflichtend.
Auf 40 Studenten begrenzte Teilnehmerzahl; Anmeldung erforderlich
Es ist Aufgabe des freiheitlichen Sozialstaates, Chancengleichheit für jeden seiner Bürger zu schaffen. Doch kann von echter Chancengleichheit im Bildungswesen auch 60 Jahre nach Gründung der Bundesrepublik Deutschland nicht die Rede sein. Vielmehr haben nicht zuletzt die internationalen Vergleichsstudien PISA, IGLU und TIMSS deutlich vor Augen geführt, dass Bildungschancen in Deutschland nach wie vor eng von sozialen Indikatoren abhängig sind.
Das Seminar möchte das Problem fehlender Chancengleichheit im Bildungswesen auf der Basis theoretischer Konzepte und aktueller empirischer Ergebnisse neu thematisieren. Dabei fragt es zum einen nach den Ursachen der Ungleichheit. Zum anderen möchte es aber politische Interventionsmöglichkeiten diskutieren. Dabei stellt es nicht nur die Frage nach potentiellen alternativen Handlungskonzepten; es möchte zugleich auch die Möglichkeiten und Grenzen politischer Einflussnahme beleuchten.
Das Seminar richtet sich an Studenten im Haupt- beziehungsweise Masterstudium. Literaturhinweise werden in der ersten Seminarsitzung bekannt gegeben.
In der Veranstaltung ist der Erwerb von Leistungspunkten möglich über:
Exzerpt (1 LP), Referat mit Thesenpapier (2 LP), Referat mit schriftlicher Ausarbeitung (3 LP), Schriftliche Präsentation (3 LP), Zweistündige Klausur (3 LP), Hausarbeit (4 LP)
Bildung steht in einem fortwährenden Spannungsverhältnis zwischen sozial Erwünschtem und ökonomisch Notwendigem (bzw. Möglichem). Bildungspolitische Akteure sehen sich folglich mit der ständigen Aufgabe konfrontiert, auf beide Argumentationsweisen zu reagieren und sie in ihrer Entscheidungsfindung zu berücksichtigen. Die Vorlesung möchte diese vielseitigen, auf Bildung bezogenen Ansprüche, die mit ihr verbundenen Ziele sowie die daraus resultierenden Herausforderungen aufzeigen. Hierzu präsentiert sie zunächst die wesentlichen Grundlagen und historischen Entwicklungslinien von Bildungspolitik und Bildungsökonomie, um anschließend die Frage nach der (Un-)Vereinbarkeit sozialpolitischer und bildungsökonomischer Ansprüche zu diskutieren.
Die Vorlesung behandelt die Thematik grundlegend. Zur Vertiefung findet ein Seminar gleicher Themensetzung statt.
Bildung steht in einem fortwährenden Spannungsverhältnis zwischen sozial Erwünschtem und ökonomisch Notwendigem (bzw. Möglichem). Bildungspolitische Akteure sehen sich folglich mit der ständigen Aufgabe konfrontiert, auf beide Argumentationsweisen zu reagieren und sie in ihrer Entscheidungsfindung zu berücksichtigen. Die Vorlesung möchte diese vielseitigen, auf Bildung bezogenen Ansprüche, die mit ihr verbundenen Ziele sowie die daraus resultierenden Herausforderungen aufzeigen. Hierzu präsentiert sie zunächst die wesentlichen Grundlagen und historischen Entwicklungslinien von Bildungspolitik und Bildungsökonomie, um anschließend die Frage nach der (Un-)Vereinbarkeit sozialpolitischer und bildungsökonomischer Ansprüche zu diskutieren.
Das Seminar baut auf der gleichnamigen Vorlesung auf.
Auf 70 Studierende begrenzte Teilnehmerzahl; Anmeldung erforderlich
Die Einführung nationaler Bildungsstandards gilt als eine der größten bildungspolitischen Reform-anstrengungen der vergangenen Jahrzehnte. Während sich jedoch die Positionen der politischen Parteien, der Wissenschaft und der Interessenverbänden relativ leicht fixieren lassen, ist die für die Reformumsetzung wesentliche Frage, wie sich Lehrer zu dem neuen bildungspolitischen Steue-rungsinstrument verhalten, bislang weitgehend unbeantwortet.
Das Seminar beschäftigt sich zunächst grundlegend mit der Zielsetzung und der Umsetzung der nationalen Bildungsstandards. Nach einer Einführung in die Techniken qualitativer Sozialforschung möchte es den Teilnehmern auf der Basis von Lehrer- und Schulleiterbefragungen Gelegenheit geben, seminarbegleitende Erfahrungen mit qualitativer Feldforschung zu sammeln und einen Beitrag zu einer bislang ungeklärten Forschungsfrage zu leisten. Die Befragungen erfolgen in von den Teilnehmern selbst ausgewählten Schulen.
Das Seminar richtet sich an Studierende des Grundstudiums.
Literatur:
Klieme, Eckhard u. a.: Zur Entwicklung nationaler Bildungsstandards. Eine Expertise. Berlin 2003
Mayring, Philipp: Einführung in die qualitative Sozialforschung. Eine Anleitung zu qualitativem Denken. Weinheim und Basel 2002
Auf 70 Studierende begrenzte Teilnehmerzahl; Anmeldung erforderlich.
Mit der Einführung nationaler Bildungsstandards in den Jahren 2004 und 2005 hat die Kultusministerkonferenz erhebliche Hoffnungen verbunden. Zahlreiche Bildungswissenschaftler bezeichnen die Reform als "Paradigmenwechsel" in der Steuerung des bundesdeutschen Bildungswesens. Von Lehrerseite hingegen wird die Reform mitunter scharf kritisiert.
Am Beispiel der Einführung der nationalen Bildungsstandards möchte das Seminar auf der Basis internationaler empirischer Ergebnisse sowie steuerungstheoretischer Modelle Bedingungsfaktoren, Möglichkeiten und Grenzen der Steuerung des Bildungswesens diskutieren.
Das Seminar richtet sich an Studenten des Grundstudiums. Literaturhinweise werden in der ersten Sitzung bekannt gegeben.